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SWR2 "Wissen" Freitag, 3. August 2012 8.30 Uhr Redaktion Christoph König Hermann Hesse und die Schüler von Detlef Berentzen

Hermann Hesse. Der mit Hut und Rosen tanzt. Nobelpreisträger und Suchender. Ein Eigensinniger, der die Rebellion junger Generationen beflügelte, indem er den Verhältnissen den Spiegel vorhielt - gerade auch in Bezug auf Schule und Erziehung. Legendär seine (autobiographische) Erzählung "Unterm Rad", die nicht nur Peter Handke als Programm las: "Schreibend der Jugend die Würde zurückgeben, die ihr im Leben verweigert wurde!" Hesse bewegte einst die Jugend. Doch tut er das heute noch? Wie kommt der Alte zu den Jungen, wie holt man ihn in die Jetztzeit? Welche seiner Sätze und Bilder sind bis heute haltbar? Anlässlich des 50. Todestages von Hermann Hesse besucht Detlef Berentzen Schulen, die Hesses Namen tragen, versucht mit SchülerInnen Lektüre und Neuinszenierung, erinnert mit ihnen Hesse für Gegenwart und Zukunft. Bis die Funken sprühen.
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SWR2 Radio Akademie Samstag, 28.7. 2012 8.30 Uhr Red. Detlef Clas Charismatiker oder Technokraten Wer wird noch Politiker? von Detlef Berentzen

Ist die Zeit der eitlen Egomanen vorbei? Auf dem Höhepunkt der Eurokrise schlug die Stunde der "Technokraten". In Griechenland und Italien galten plötzlich sachkundige Experten als Hoffnungsträger. Politiker vom Schlage Berlusconis scheinen in Italien nun ebenso ausgedient zu haben wie in Russland, wo selbst der Macho Wladimir Putin seinen Kultstatus verloren hat. Wie kurzlebig die Ausstrahlungskraft auch moderner Charismatiker geworden ist, zeigt das Beispiel Obama. Deutschland war zu dem Zeitpunkt bereits ernüchtert: auf den Basta-Charismatiker Gerhard Schröder die nüchtern-pragmatische Angela Merkel. Für die junge Generation hat die Politik offenbar an Attraktivität verloren. Sie engagieren sich lieber in Nicht-Regierungs-Organisationen oder betrachten die Politik nur noch als Zwischenstation auf dem Weg zu einer Karriere in der Wirtschaft.
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“Protestanten sind Leser!” Das behauptet Pfarrer Jörg Machel (siehe Foto) recht kühn in seiner Einladung, aber er hat recht, zumindest sollten sie es sein und es käme auch noch darauf an, was sie lesen, die Protestanten nämlich, doch eines ist ein absolutes MUST für jeden aufgeklärten Gläubigen, egal (!) aus welcher Richtung: Ab ins Café der Kreuzberger Emmauskirche und Gerhard Seyfried beim Lesen zuhören!
Wenigstens das! Zu Beginn der samstäglichen “Langen Buchnacht” wird der alte (hoho!) Seyfried dort auftauchen und dem Publikum mächtig einheizen: “Verdammte Deutsche!” Keine Angst, er meint es nicht so, nicht ganz so, denn gemeint ist schließlich nur der Titel seines neuen Buches: ein “Spionageroman”. Wer Seyfried kennt, seinen Mut zum Genrewechsel, würde sagen: Dem graust vor nix! Erst recht deshalb, weil der Schmöker noch gar nicht erschienen ist: “Detailgenau und faktentreu gelingt Seyfried die erzählerische Rekonstruktion eines unglaublichen Stücks deutsch-englischer Geschichte, in der die Anfänge der modernen Geheimdienste, das Flottenwettrüsten zwischen Britannien und dem Deutschen Reich – also die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs – das große historische Panorama bilden.” Also einfach mal hinhören, Protestanten!
Außerdem kommen qua Buch sogar “Huren, Heuchler und Heilige” (gelesen von der wunderbaren Katrin Machel) in die Kirche und so live wie haftig später sogar Stephan Krawczyk, allemal auf Zeitreise: “Der Himmel fiel aus allen Wolken”. Kurzum: es lohnt sich wohl, den täglichen Kirchgang in die “Lange Nacht” zu verlegen. Und grüßt mir den Machel. Er ist tatsächlich ein Leser!
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“Initiative für Kultur im Rundfunk” – da muss es in einer öffentlichen Anstalt schon ziemlich weit gekommen sein, wenn RedakteurInnen, AutorInnen und RegisseurInnen sich als “Radioretter” inszenieren und der Intendantin des WDR einen “Offenen Brief” ob der geplanten Deformen für ihr Drittes Hörfunkprogramm schreiben müssen:
“….Schon die in den letzten zehn Jahren vorgenommenen Veränderungen im WDR-Kulturradio bedeuten eine große Schwächung: Gestrichen, gekürzt, abgebaut oder ausgelagert wurden das politische Feuilleton des „Kritischen Tagebuchs“, die literarischen Lesungen, Rezensionen, Originaltonmitschnitte in „Dokumente und Debatten“, Gesprächssendungen wie „Zeitfragen/Streitfragen“ oder „Funkhausgespräche“ sowie Features und Hörspiele. Die Wirkungen dieser Programmpolitik sind katastrophal…..”
Wenn der Postmodernisierer mit dem Ruf “Anythings goes!” im Hörfunk zweimal klingelt, dann ist das durchaus ein Weckruf, der bislang die erstaunliche Anzahl von mehr als 6.000 (!) UnterzeichnerInnen des “Offenen Briefs” provoziert hat – und ich könnte mir vorstellen, es werden noch mehr. Nicht nur in NRW. Immerhin müssen sich die Anstaltsradios im Rahmen von Digitalisierung und Sparzwang überall neu definieren – mit (leider!) jeder Menge Kommunikations- und Diskussionsdefiziten. Nach innen wie nach außen. Sorry, aber die Zukunft meines heiß geliebten Hörfunks ist viel zu schade, als daß man sie nur dem Diskurs der Leitungseliten überlässt. Just sign and listen!
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Es ist eng geworden. Zeit zu fliegen.
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Wendet euch nicht ab sondern schauet ihr braven Bürger den jungen Neonazis die in euerem Staat von neuem den Glauben an den alten Irrsinn gelernt haben tief in die Augen
Ihr schaut nicht genau genug hin wenn ihr in diesen blauen oder braunen oder auch grauen Augen nicht einen Augenblick lang euer eigenes Spiegelbild seht.
(Erich Fried, gest. 22.11. 1988)
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 Timm Ulrichs: "Blick zurück nach vorn"
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Ich werde BILD nie ein Interview geben. Ich habe keinen Hang zum Opportunismus.
Klaus Staeck (2012) |
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